Bosbachs Abgang


Der G20-Gipfel polarisiert. Das schlägt sich durch die Gesellschaftsschichten und erreichte schließlich auch Sandra Maischberger. In ihrer TV-Talkshow lud sie zu diesem Thema ein. Hier wurde sehr schnell klar, dass auch innerhalb der Show die Meinungen sehr weit auseinandergingen. Das allein wäre ja nicht weiter schlimm. In einer Demokratie herrscht nun einmal Meinungsfreiheit, was auch die Freiheit miteinschließt, eben diese Meinung zu äußern. Wo Demokratie und Meinungsfreiheit herrschen, setzen sie auch ein gewisses Maß an Anstand und Etiquette voraus. Davon ließ jedoch die Debatte bald so einiges missen.


Der G20-Gipfel wird von Krawallen begleitet. Jutta Ditfurth, früher eine Politikerin der Grünen, sah die Schuld an diesen Krawallen bei der Polizei. Diese sei mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen. Sie sprach von „Schikane und Prügel“, die sie selbst dabei erlebt habe. Joachim Lenders, Hauptkommissar der Polizei in Hamburg, wollte diese Kritik aber nicht akzeptieren. Er sprach von Demonstranten, die nicht der Politik wegen, sondern einzig und allein der Gewalt und der Krawalle wegen nach Hamburg kamen.


Soweit kann man dies ja noch als eine allgemeine Auseinandersetzung zu einem politischen Thema ansehen. Doch dann wurde es persönlich. Ditfurth gab dem Hauptkommissar zu verstehen, doch lieber seine Reden an einem Stammtisch zu halten und ihr nicht mehr ins „Ohr [zu] blubbern“.


Diese Äußerung brachte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach auf das Tapet. Er hatte sich in der vorangegangenen Diskussion für einen starken Polizeieinsatz eingesetzt und Deeskalation als simples Nicht-Eingreifen kritisiert. Auf die persönliche und respektlose Äußerung Ditfurths hin bezeichnete er es als „unerträglich“, wie sie sich einem Polizisten gegenüber ausdrücke.


Als Ditfurth dann ihre kontroverse Äußerung noch toppte, indem sie Lenders der Lüge bezichtigte und dann noch Worte wie „dummes Gesabbel“ fielen, platzte Bosbach der Kragen. Er entledigte sich seines Mikrofons und verließ empört den Saal. Auch Sandra Maischberger konnte ihn nicht mehr beruhigen.


Die Reaktion auf Bosbachs Verlassen sind ebenfalls interessant. So entschuldigte sich Maischberger und sah es als ihr Versagen, dass es soweit kommen musste. Ditfurth dagegen beließ es bei einem „heh“ auf Twitter. Vielleicht wurde ihr einfach nicht die Respektlosigkeit ihres Verhaltens bewusst. Da kann man nur hoffen, dass jemand sich findet, der es ihr einmal erklärt.

#G20 #SandraMaischberger #JuttaDitfurth #Eklat #WolfgangBosbach #JoachimLenders

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